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Zusammengewöhnung

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Lilasblue
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Zusammengewöhnung

Beitragvon Lilasblue » Gestern 18:10

Beitrag von Lilasblue » Gestern 18:10

Hallo, ihr lieben Foris!

Da unser "der noch keinen Namen hat" in ca 4 Wochen bei uns einziehen wird, interessiert es mich sehr, wie ihr es geschafft habt, dass ihr sie zu eurem "Althund" gewöhnt habt.

Mir ist es ja mit Lilly und Blümchen absolut misslungen und die beiden haben 15 Jahre lang nebeneinander hergelebt. Das hat mich sehr traurig gemacht.

Nun möchte ich es besser machen und es richtig angehen, dass die beiden ein Leben miteinander haben und sich mögen.

Maxl ist der Althund, zwei Jahre alt, kastrierter Rüde, eigentlich mag er andere Hunde, hab aber in letzter Zeit bemerkt, dass es welche gibt, die er anknurrt. Er hat 8 Monate in einem Rudel mit Chihuahuas und Yorkshire Terrier gelebt. In diesem Haushalt leben auch Kangals, Schäferhunde, Esel, Katzen, Kaninchen, ... Menschen mag Maxl nicht so gern. Leider! Nur mein Enkelkind (oder andere Kinder) liebt er sehr.

"Der noch keinen Namen hat" ist dann 11/12 Wochen alt und ist auch ein Rüde, natürlich noch nicht kastriert.

Wie gehe ich am besten an die Sache ran, dass es zu keinen Raufereien oder Ablehnung kommt.

Es gibt ja voll viele Forenmitglieder, die mehrere Chihuahuas oder auch andere Hunde haben. Gerade in letzter Zeit sind wieder welche eingezogen.

Also, was muss ich unbedingt beachten?
Was sind absolute "Nogos" oder komplette "Red Flags"?
Was würdet ihr mir raten?
 

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HepzibahSmith
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Re: Zusammengewöhnung

Beitragvon HepzibahSmith » Heute 14:09

Beitrag von HepzibahSmith » Heute 14:09

Hallo Sonja,

vielleicht kannst du vorab schon mal etwas von dem Namenlosen zu euch nach Hause bringen. Etwas, das nach ihm riecht. Kissen, Decke, Spielzeug... Du kannst bei deinem nächsten Besuch etwas mitnehmen, mit dem er spielt und das anschließend nach ihm riecht und das dann deinen Platzhirschen zuhause vorlegen.

Ansonsten kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es bei Welpen eher problemlos abläuft. Die genießen bei den Älteren sowas wie Narrenfreiheit. Welpenschutz nennt man das. Die Älteren spüren und riechen, dass das noch ein ganz Kleiner ist, und sind sehr nachsichtig in allem. Trotzdem würde ich erstens immer dabei sein, wenn alle beieinander hocken und zweitens die Alten vorher nicht füttern, sondern die Runde des ersten Aufeinandertreffens mit Leckerlis und kleinen Futterbröckchen entschärfen und für Ablenkung sorgen.

Ansonsten abwarten und die Hunde aufeinander zugehen lassen, nicht den Kleinen dem Rudelchef direkt ins Gesicht halten. Die beschnuppern sich ganz alleine, und mit Ablenkung, Leckerlis und Spielzeug wird die Situation schnell ganz "normal". Besonders positiv kannst du die Stimmung färben, wenn du deinen Alten beim Kennenlernen des kleinen Welpen ganz besondere Leckerbissen zukommen lässt, die sie nur selten bekommen, auf die sie aber ganz verrückt sind, oder irgendwelche Lieblingsspiele machst oder für Ablenkung sorgst, indem du Ballwerfen oder sowas in der Art machst. Halt aufpassen, dass der kleine Neuling nicht gleich zu aufdringlich wird und dem Chef beim Ballwerfen oder Schmusetierknuddeln dieselben gleich wegnehmen und für sich selber beanspruchen möchte. Das kommt am Anfang nicht besonders gut an. Wenn die Tiere sich schon ein Weilchen kennen, wird aber auch das bei Welpen großzügig toleriert.

Dass der Namenlose noch nicht kastriert ist, stellt kein Problem dar, denn mit 12 Wochen ist der ja nicht geschlechtsreif und wird geruchstechnisch nicht als Konkurrent wahrgenommen. Viele sagen übrigens, dass Rüden meist besser miteinander auskommen als Hündinnen. (Stichwort Stutenbissigkeit)

All das gilt natürlich nur für Hunde ohne Verhaltens- und Zwangsstörungen, aber davon gehe ich jetzt einfach mal aus.

ToiToiToi!!!
Erich und der Rest der Bande
 

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Re: Zusammengewöhnung

Beitragvon Lilasblue » Heute 17:33

Beitrag von Lilasblue » Heute 17:33

HepzibahSmith hat geschrieben: (Orginal-Beitrag)Heute 14:09
Hallo Sonja,

vielleicht kannst du vorab schon mal etwas von dem Namenlosen zu euch nach Hause bringen. Etwas, das nach ihm riecht. Kissen, Decke, Spielzeug... Du kannst bei deinem nächsten Besuch etwas mitnehmen, mit dem er spielt und das anschließend nach ihm riecht und das dann deinen Platzhirschen zuhause vorlegen.

Ansonsten kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es bei Welpen eher problemlos abläuft. Die genießen bei den Älteren sowas wie Narrenfreiheit. Welpenschutz nennt man das. Die Älteren spüren und riechen, dass das noch ein ganz Kleiner ist, und sind sehr nachsichtig in allem. Trotzdem würde ich erstens immer dabei sein, wenn alle beieinander hocken und zweitens die Alten vorher nicht füttern, sondern die Runde des ersten Aufeinandertreffens mit Leckerlis und kleinen Futterbröckchen entschärfen und für Ablenkung sorgen.

Ansonsten abwarten und die Hunde aufeinander zugehen lassen, nicht den Kleinen dem Rudelchef direkt ins Gesicht halten. Die beschnuppern sich ganz alleine, und mit Ablenkung, Leckerlis und Spielzeug wird die Situation schnell ganz "normal". Besonders positiv kannst du die Stimmung färben, wenn du deinen Alten beim Kennenlernen des kleinen Welpen ganz besondere Leckerbissen zukommen lässt, die sie nur selten bekommen, auf die sie aber ganz verrückt sind, oder irgendwelche Lieblingsspiele machst oder für Ablenkung sorgst, indem du Ballwerfen oder sowas in der Art machst. Halt aufpassen, dass der kleine Neuling nicht gleich zu aufdringlich wird und dem Chef beim Ballwerfen oder Schmusetierknuddeln dieselben gleich wegnehmen und für sich selber beanspruchen möchte. Das kommt am Anfang nicht besonders gut an. Wenn die Tiere sich schon ein Weilchen kennen, wird aber auch das bei Welpen großzügig toleriert.

Dass der Namenlose noch nicht kastriert ist, stellt kein Problem dar, denn mit 12 Wochen ist der ja nicht geschlechtsreif und wird geruchstechnisch nicht als Konkurrent wahrgenommen. Viele sagen übrigens, dass Rüden meist besser miteinander auskommen als Hündinnen. (Stichwort Stutenbissigkeit)

All das gilt natürlich nur für Hunde ohne Verhaltens- und Zwangsstörungen, aber davon gehe ich jetzt einfach mal aus.

ToiToiToi!!!
Erich und der Rest der Bande

Hallo Erich!
Das sind wirklich wunderbare Tipps. Ich sauge sie auf wie ein Schwamm, weil ich ja will, dass es diesmal klappt.
Leider sehe ich den Welpen vorher nur auf Fotos, weil er doch ziemlich weit weg wohnt. Aber es könnte sein, dass wir doch einmal gemeinsam hinfahren.

Meinst du, dass bei der Zusammenführung der Garten (sehr riesig) reicht? An der Leine kann der Welpe nämlich sicher noch nicht gehen.

Soll ich dem Neuen eine eigene Rückzugsbox kaufen? Maxl hat nämlich eine. Soll der Neue dann schon auch eine eigene haben, oder? Maxl liebt nämlich seine Box sehr.
Da Maxl keine Störungen hat und der Neue von der gleichen Züchterin ist, hoffe ich stark, dass es beim Neuen auch keine Auffälligkeiten gibt. Die beiden sind sogar Vollgeschwister, also gleiche Mama und gleicher Papa.

Ich bin echt voll verunsichert, weil ich es bei meinen verstorbenen Hündinnen nicht geschafft habe, ein schönes Miteinander zu finden.

Was hast du denn sonst noch für Tipps, die ich am Anfang beachten soll? Oder soll ich darauf vertrauen, dass der Neue den Maxl imitiert und ihm alles nachmacht. Oder ist das doch nicht so?

Fragen über Fragen, obwohl der Neue ja schon mein dritter Chihuahua ist. Diesmal möcht ich jedoch alles richtig machen und nicht wieder meine Fehler wiederholen.

ZB: Die Mädels konnten voll gut ohne Leine gehen - hatte beide ab dem Welpenalter und durch den Welpenfolgetrieb konnten sie den Rückruf voll schnell.
Maxl hab ich mir noch kein einziges Mal von der Leine lassen getraut. Grund: Er kommt nicht mal im Garten zu mir. Außer ich pfeife im Haus, dann kommt er. Darauf trau ich mich aber nicht verlassen. Könnte es sein, dass er durch den Junghund lernt, zu mir zu kommen? Oder ist es eher so, dass der Junghund von Maxl lernt, nicht zu kommen?
Du siehst also, dass ich Baustellen habe, die ich gern vermeiden möchte.
Wenn du Tipps hast, dann bitte raus damit. Sag mir auch bitte meine Fehler, denn nur so kann ich etwas lernen. Ich bin für jede Kritik offen.
 

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HepzibahSmith
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Re: Zusammengewöhnung

Beitragvon HepzibahSmith » vor 29 Minuten

Beitrag von HepzibahSmith » vor 29 Minuten

Hallo Sonja,

na, da sprichst du schon ein paar Baustellen an...

Ich denke, ein großer Garten ist für die Zusammenführung durchaus ausreichend. Obwohl wir einen großen Garten haben, habe ich das erste Kennenlernen übrigens gleich "mittendrin" im Wohnzimmer gemacht, aber du kennst deinen Maxl besser. Wenn du befürchtest, dass er indoor zu revierbeherrschend sein könnte, dann würde ich den Gartenauslauf vorziehen.

Wenn Maxl eine Rückzugsbox besitzt, braucht der Neue unbedingt auch eine, und du solltest von Anfang darauf achten, dass er Maxl, wenn der sich in sein Privatissimum zurückzieht, dort auch nicht stört. Ich kenne Maxl nicht, aber solch ein Eindringen in den Schutzort kann schon schlecht ausgehen für den Eindringling. Vielleicht würde ich aber sogar fürs Erste, wenn der Welpe ankommt, Maxl seinen Schutzraum sogar nehmen, damit es zu keinen Zusammenstößen kommt. Welpen sind sehr direkt und blauäugig, und sowas wie Revier oder No-Go-Zonen sind ihnen erstmal fremd. Vielleicht wäre es besser, Maxl kurzzeitig seinen Rückzugsort zu nehmen und ihn erst später gemeinsam mit dem Ruheplatz des Kleinen wieder aufstellen, wenn die beiden sich kennengelernt haben und sich abschätzen können. Dann aber natürlich konsequent die jeweiligen Orte den jeweiligen Besitzern zuweisen. Der Kleine muss seinen Schutzort als was Tolles empfinden. Er darf nicht das Gefühl entwickeln, dass er abgestraft wird, wenn man ihn da reinsetzt. Auch das lässt sich natürlich mit Leckerlis steuern.

Ich hoffe, dass da auch noch andere ihre Meinung dazu sagen.

Natürlich wird der Welpe das Verhalten des Großen nachahmen und nicht umgekehrt. Es ist wichtig, dass der Große seine Souveränität kennt. Man kann das ja üben, indem man mit ihm Spiele und Aufgaben macht und ihn dabei immer lobt, wenn er alles richtig macht, und ihn belohnt.

So kann man eigentlich auch das Herkommen üben. Mit kleinen Distanzen anfangen, dann die Strecke immer mehr erweitern und bei jedem Erfolg den Hund belohnen (mit einem Leckerli zum Beispiel). Dass Maxl nicht abrufbar ist, erstaunt mich schon. Vielleicht stellst du mal ein paar Tage die normale Fütterung ein und Maxl bekommt Futter nur noch als Belohnung, wenn er auf Zuruf kommt, wenn er etwas apportiert, wenn er auf seinen Platz geht auf Anweisung... Es dient ja auch der Sicherheit des Hundes, wenn er auf Zuruf zuverlässig kommt.

Hast du denn das Gefühl, dass du ihm nicht genug Sicherheit und Rückhalt geben kannst? Denn eigentlich ist es ja hauptsächlich das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit, das einen Hund herankommen lässt und eben nicht Unterwürfigkeit oder angstvolles Befolgen von Befehlen.

Ist er denn irgendwann mal in eine Angstsituation geraten, als er zu dir kommen sollte? Denn normalerweise ist das Herkommen zum Herrchen/Frauchen ja das Schönste und Liebste, was die kleinen Biester tun können...

Jedenfalls solltest du nicht darauf vertrauen, dass er jetzt plötzlich begeistert angerannt kommt, nur weil der Neue als Welpe unbekümmert auf dich zuhoppelt. Du wirst den Kleinen natürlich loben und kosen, wenn er das tut. Wenn Maxl bis dahin nicht gelernt hat, dass das Kommen zum Frauchen auch für ihn was Schönes und Wünschenswertes ist, musst du aufpassen, dass er nicht eifersüchtig wird, wenn du den Kleinen bei Erfolg lobst. Dann könnte er sich zurückgesetzt fühlen. Er muss VORHER gelernt haben, dass auch er beschmust, belohnt, gekuschelt wird, wenn er eine Aufgabe, die du ihm stellst, erledigt - und sei es das banale "Komm".

Du hast ja noch ein paar Wochen, bis der Kleine kommt. Nutze die Zeit für die Arbeit mit Maxl.

Viele Grüße vom Erich
 

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